Links zu kaufen ist nicht verboten – es kommt darauf an, was und wie. Der Unterschied zwischen einer bezahlten Publikation in einem Medium und einem Linkpaket von Websites ohne Leser ist grundlegend: Das erste ist gewöhnliche Werbung, das zweite kann der ganzen Domain schaden. Ein praktischer Leitfaden für Firmen, denen ein solches Angebot ins Postfach kam.
„Wir bieten hochwertige Backlinks, 50 Stück für 200 €.“ Dieses Angebot erreicht Firmen regelmäßig und die Frage dahinter ist berechtigt: Ist der Linkkauf in Ordnung, oder ist es Betrug? Die Antwort ist unangenehm uneindeutig: Es kommt darauf an, was genau Sie kaufen.
Eine bezahlte Publikation in einem Medium – also ein PR-Artikel – ist gewöhnliche Werbung und niemand verbietet sie. Firmen bezahlen seit hundert Jahren für Raum in Zeitungen und in Online-Medien ist es dasselbe. Google hat nichts dagegen – es hat eine Bedingung: Der bezahlte Link muss gekennzeichnet sein.
Konkret bedeutet das das Attribut rel="sponsored" oder rel="nofollow" beim Link, für den eine Zahlung erfolgte. Die Kennzeichnung macht den Link nicht wertlos: Leser bringt er genauso, die Erwähnung in der Suche und in KI-Antworten auch. Sie sagt nur, dass jemand für die Publikation bezahlt hat.
Das Problem beginnt dort, wo das verschwiegen wird. Systematischer Kauf unmarkierter Follow-Links ist ein Regelverstoß, auf den Google reagiert – entweder indem es die Links einfach nicht mehr zählt, oder im schlimmeren Fall mit einem Sichtbarkeitseinbruch der ganzen Domain.
In der Praxis stoßen Sie auf drei Varianten, die sich im Preis und im Risiko unterscheiden.
Die dritte verdient Aufmerksamkeit. Websites, die nur zum Linkverkauf entstanden sind, erkennt man recht leicht: Den Inhalt generiert eine Maschine, die Artikel haben nichts miteinander zu tun, es gibt keinen Autor und kein Impressum und niemand liest sie. Google erkennt solche Netzwerke seit Langem und kappt die Links daraus – oft ohne irgendjemandem etwas mitzuteilen. Das Geld ist weg und nichts ist passiert – das ist übrigens das häufigste Ergebnis, keine dramatische Abstrafung.
Bevor Sie auf ein Angebot antworten, gehen Sie es mit dieser Liste durch.
Zwei Zeichen bedeuten, dass es Sinn ergibt, weiterzufragen. Vier und mehr – nicht kaufen, egal zu welchem Preis.
Es lohnt nicht, ihn zu verteufeln. Eine bezahlte Publikation ist für die meisten Firmen der einzige realistische Weg in die Medien – Redaktionen schreiben nicht über eine Firma, nur weil sie existiert. Konkret ergibt er Sinn:
Panik ist unnötig, in den meisten Fällen passiert nichts Dramatisches – die Links haben schlicht kein Gewicht. Das vernünftige Vorgehen:
Sie kaufen keinen Link. Sie kaufen Raum in einem Medium, das Leser hat – und der Link ist die Folge. Betrachten Sie ein Angebot durch diese Brille und die meisten Fragen beantworten sich von selbst: Eine Website ohne Leser hat nichts zu verkaufen, eine Publikation für ein Jahr nichts zu liefern und ein Angebot ohne Websiteliste nichts anzubieten.
Und ein letzter Test, der eine Minute dauert: Öffnen Sie die Website, von der Ihnen der Link angeboten wird, und lesen Sie darauf einen Artikel ganz. Wenn er sich nicht zu Ende lesen lässt, wird ihn auch Ihr Kunde nicht lesen.
Wenn Sie damit anfangen, beginnen Sie bei der Grundlage: was Backlinks sind und warum sie der Firma wichtig sind. Den ganzen Ablauf der Zusammenarbeit beschreibt dann der Artikel darüber, wie Linkbuilding abläuft.
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